Für das Erinnern
Juristische Probleme verzögern die Einrichtung der KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart
Mit Nachdruck will sich MdL Karl Freller (CSU) für die KZ-Gedenkstätte einsetzen. "Bis Mai (2009) soll etwas geschehen", sagt der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.
Mühldorf. Der gute Wille ist da, doch passiert ist immer noch nichts auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart. Zwar hatten die politischen Gäste der Gedenkfeier im April übereinstimmend die Dringlichkeit betont, diesem Ort mehr Würde zu geben, doch es sind vor allem die juristischen Feinheiten, die das Projekt in die Länge ziehen.
"Das ist immer noch eine relativ komplexe Angelegen heit", umschreibt es Karl Freller, CSU-Landtagsabgeordneter und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Hauptdiskussionspunkt ist nach wie vor die Sicherheitsfrage. "Wir können nicht das gesamte Areal verwalten", sagt Freller. "Baulich muss sich darum der Bund kümmern und das Gelände sichern." Denn im Besitz des Bundes sind nach wie vor die Bunkerreste auf dem Gelände. Zudem haben etwa 50 Anlieger Eigentumsanteile. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten habe Interesse an der Fläche um den Bunkerbogen, erklärt Freller. Das Angebot des Bundes an die Stiftung, die Aufgabe der Ver kehrssicherung gegen eine Zahlung von 250 000 Büro zu übernehmen, habe das Bayerische Finanzministerium bereits abgelehnt. "Das ist zu risikoreich", sagt Freller.
Doch das Gelände müsse dringend eingezäunt werden, damit der Ort nicht weiter für wilde Feiern missbraucht werde. "Hier passieren sonst Dinge, die der Würde dieses Ortes abträglich sind", sagt er. Vorstellen könne er sich, das Gelände vom Bund zupachten. Er rechne mit einem Zuschuss des Freistaates. Die Stiftung sei derzeit dabei, die Haushaltsunterlagen in Sachen Gedenkstätte vorzubereiten. "Ich möchte unbedingt, dass bis Mai nächsten Jahres etwas geschehen ist", betont Freller: "Ich stehe hier im Wort."
gbe (pnp, 16.9.2008)